lament 1996
lament 2003
lament 2007
Breathe Record Release
You Video
MTV Rookie: lament
lament 2010
lament wurde im Jahr 1996 von den drei Bad Lausickern Sebastian Söllner (Gesang und Gitarre), Dirk Rotzsch (Piano) und Marco Polster (Bass) gegründet. Der Name beruht auf einem Song von "The Cure", der die Band damals stark beeinflusste. Schnell entstanden Songs für ihr erstes Demo-Album the test tracks, darunter last dance of summer, away und treachery. Sie spielten in mehreren kleinen Clubs und trafen dabei auf Sascha Ignaszak, der die Band fortan als zweiter Gitarrist begleitete. Ihr Bekanntheitsgrad wuchs und brachte lament im Jahr 1997 zum Herbstnächte-Festival nach Freyburg, wo sie unter anderem mit Bands wie "In Extremo" die Bühne teilten.
Bereits ein Jahr später wurde lament auf das 7. Wave-Gotik-Treffen eingeladen, bei dem die Band im "Haus Leipzig" ihren bis dahin größten Auftritt spielte. 1998 entstand das zweite Demo-Album the stranger. Sebastian, der musikalische Kopf der Band, nahm wieder alle Songs im damaligen Proberaum auf. Die Stücke wurden düsterer und schwermütiger. Mit "blessed longing" vertonte er Goethes Gedicht "Selige Sehnsucht" und nahm damit an einem Wettbewerb zum "Goethe und Schiller-Jahr" in Weimar teil. Der Song schaffte es aber nicht auf den erscheinenden Sampler, da sich Bands wie "Puhdys" und "Experience" mit demselben Gedicht bewarben.
Ende 1999 spielte der Nerchauer Christian Friedrich als Schlagzeuger vor und ersetzte von nun an den Drum-Computer (BOSS DR 660). Der Live-Sound wurde dadurch kompakter und ließ die Songs lebendiger erscheinen. In "Wilma Concerts" fand sich eine Booking-Agentur, die sich fortan um Auftritte kümmerte. So spielte lament auf mehreren Festivals mit Bands wie "Letzte Instanz", "Die Art" und "Keimzeit".
Nach dem Auftritt zum 9. Wave-Gotik-Treffen 2000 trennte sich die Band von Sascha Ignaszak und spielte alle weiteren Konzerte zu viert, bis am Ende des Jahres auch Marco Polster aus persönlichen Gründen lament verließ. 2001 wurde mit Clemens Kostmann der Ersatz am Bass gefunden. Nachdem dieser ein halbes Jahr später wieder zur Gitarre wechselte, übernahm fortan Christians Bruder Jörg den Bass. Nach wenigen kleineren Konzerten im Jahr 2002 trennten sich ihre Wege aus musikalischen Gründen. Christian, Clemens und Jörg gründeten mit Christian Kühne (Bass) und dem Argentinier Juan Pablo Garcia (Gesang) die Band "Stolen Bikes Ride Faster". lament bestand nun noch aus Sebastian Söllner und Dirk Rotzsch.
Sebastian arbeitete an neuen Songs, und Dirk widmete sich immer mehr seiner Leidenschaft, der Lyrik. Zu dieser Zeit entstanden Songs wie "winter", "me", "cornered between lines", "time off" und "breathe". Im Jahr 2003 "lieh" sich lament Markus Georgi (Bass) bei der Band "Trikonos" aus, um wieder live aktiv zu werden. Klaus Schindler, ein Freund der Band, half ab sofort an den Drums aus, und Clemens kehrte als zweiter Gitarrist leihweise zurück. Es folgten mehrere Konzerte, und lament erspielte sich wieder den Status einer Band.
Ende 2003 entschloss sich lament ins Studio zu gehen und die last dance of summer EP (erschienen bei UpArt) aufzunehmen. Dazu holte Sebastian seinen besten Freund und Schlagzeuger Christian Friedrich zurück. Nachdem alle Meinungsverschiedenheiten beseitigt waren, war die Band für diesen Schritt bereit und mietete sich im "Midas-Studio" (Leipzig) ein. Des Weiteren wurde in Sandra Strauß und der BigF ein zuverlässiger Partner gefunden, der sich fortan um das Booking kümmerte.
Nach dem Konzert zur Schwarzen Weihnacht, das mitgeschnitten und später als Bootleg unter die Fans gebracht wurde, verließ Markus Georgi die Band, und Christian Kühne übernahm den Bass. lament bestand nun aus Sebastian Söllner, Dirk Rotzsch, Christian Friedrich, Clemens Kostmann und Christian Kühne.
In dieser Konstellation bewarb sich die Band 2006 beim größten NewComer-Wettbewerb der Welt: Emergenza. Nachdem lament alle lokalen Ausscheide gewonnen hatte, fuhren sie als beste Band Sachsens zum Nord-Ostfinale nach Berlin, um dort gegen sämtliche Bands aus Berlin sowie die beste Band aus Hamburg anzutreten. Die Jury entschied sich für lament und schickte sie als Gewinner zum Weltfinale, das alljährlich im Rahmen des Taubertal-Festivals stattfindet. Neben dem dort belegten 15. Platz erreichte lament gute Ergebnisse innerhalb der Einzelwertungen wie beispielsweise den "drittbesten Song", den "drittbesten Sänger" sowie den "besten Akustik-Gitarristen".
Mit diesem Rückenwind begannen nun die Aufnahmen zum Album Breathe (erschienen bei Dunefish, Berlin), das lament zusammen mit Joachim Theiss (Sound Engineer) produzierte. Released wurde es am 28. April 2007 im UT Connewitz (Leipzig) unter Verfolgung von sechs Kameras und mit Hilfe einer 25-köpfigen Crew sowie etwa 500 Fans. Unter der Federführung von Sven Kilian entstand hierbei eine 90-minütige Konzert-DVD, die zudem das kurz darauf produzierte Musikvideo You enthält. In diesem erhielt lament weibliche Unterstützung der wundervollen Kiki (Sängerin der Band "Yoomiii").
Mitte 2007 verließ Dirk Rotzsch lament, um bei der Leipziger Band "Raum 41" einzusteigen. Es folgte die erste Deutschland-Tour als Support der Dresdner Band "Letzte Instanz" sowie weitere Support-Engagements für "Phillip Boa", "Jennifer Rostock" und "White Lies" (UK). Ende 2008 bewarb sich lament mit You bei MTV Rookie als einer von mehr als 700 Teilnehmern und gewann. 2009 unterzeichnete lament in Berlin einen Major-Deal bei Universal Music. Am 30. Oktober 2009 wurde auf dem neuen Label die Single last dance of summer veröffentlicht.
Zukunft... ist jeder neue Atemzug.
geschrieben von: Sebastian Söllner
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Breathe Album & Band Info (2007)
Es gibt Tage, da hängen dunkle Wolken am Himmel und die Welt scheint eine bitter-süße Melange aus Trauer und Freude zu sein. lament aus dem beschaulichen Bad-Lausick bei Leipzig tritt an, für solche Tage den Soundtrack zu schreiben. Im Zentrum von lament steht Sänger Atze Söllner. Um ihn herum gruppieren sich nach und nach gleich gesinnte Musiker, bis 2005 schließlich eine Band mit dem richtigen Gespür für Melodie und Melancholie gefunden ist, um Atzes Songs umzusetzen.
Diese Mischung begeistert zunächst die Gothik-Szene der Region und folglich lassen Buchungen zu Wave-Gotik-Treffen in Leipzig nicht lange auf sich warten. Im Studio entsteht die Last Dance of Summer-ep, deren Titeltrack zum kleinen Radio-Hit wird und die Bekanntheit der Band über Leipziger Gefilde hinaus steigert.
Auf der Bühne spielen lament ihre Songs mit viel Liebe und Ehrfurcht vor jedem einzelnen Ton und erschaffen so bei jedem Gig ihren musikalischen Kosmos neu. Wenn Clemens' Gitarre sich sanft zu Reluctant Arrival aufschwingt, Bass und Schlagzeug behutsam einstimmen, wird allen im Saal sofort klar, dass hier junge Männer am Werk sind, die ihre Musik leben. Diese Live-Qualitäten beweisen die Jungs eindrucksvoll im Sommer 2006, als sie in Berlin, im Rahmen des Emergenza Newcomer-Wettbewerbes, den Gig ihres Lebens geben und von Jury und Publikum unter die 20 Besten von 6000 Mitbewerbern bis ins Weltfinale gewählt werden.
Doch diese Band ruht sich nicht gerne auf ihren Lorbeeren aus. Am Tag darauf geht es ins Studio, und die Aufnahmen für den ersten Langspieler Breathe beginnen. Die Debüt-Scheibe wird ein Konzeptalbum, auf dem es der Band gelingt, die großen Emotionen, für die ihre Live-Konzerte geliebt werden, einzufangen.
Atze singt über jenen Schmerz der Einsamkeit, Trauer und gescheiterten Liebe, vor der kein Erdenbürger verschont bleibt - mal leise klagend, mal wütend und laut, aber immer getragen von großen Melodien. Wer jetzt aber an Trauermusik denkt, irrt gewaltig, denn zwischen den prägnanten Gitarren und dem treibenden Schlagzeug sprüht immer ein Funken Hoffnung.
Ende 2007 legen die Vier mit einer bundesweiten Support-Tour für die Letzte Instanz endgültig das Mäntelchen der Lokal-Matadoren ab. Auch hier spielen lament wieder souverän ihre Trumpfkarte Authentizität aus. Diese Authentizität lässt sie nicht nur auf der Bühne glänzen, sondern sie ist ebenso spürbar, wenn man ihr selbst produziertes Album Breathe anhört, welches hervorragend durch die ebenfalls in Eigenproduktion entstandene Breathe Live DVD ergänzt wird. Hier passt einfach alles zusammen - vom Artwork bis zum letzten Ton.
geschrieben von: Basti Koch
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Artikel aus der "Leipziger Volkszeitung", vom 12. September 2007
Am Ende beschließt der Held, dass er doch leben will. Dass sein Herz schlagen, dass er atmen soll. "Come on, breathe", singt Sebastian Söllner. Es ist ungewöhnlich, aber es passt zu dieser Band, dass sie mit ihrem Debüt gleich ein Konzeptalbum vorlegt. Und dass Keyboarder Dirk Rotzsch auch noch einen passenden Roman zur Musik verfasst hat.
In elf Stücken erzählen lament auf Breathe die Geschichte eines jungen Mannes, dessen Träume zerbersten, dessen Herz gebrochen wird, der den Lebensmut verliert. In seinem Buch fasst Rotzsch, der als Autor unter dem Namen Dirot firmiert, das Thema weiter, behandelt es auch politisch. Und lotet anhand der düsteren Erlebnisse seiner Hauptfigur Michel das Verhältnis zwischen den Generationen aus. "Aber die Zeiten des Agitprop sind vorbei", sagt er. "Daher überfrachten wir die Musik nicht mit politischen Botschaften."
Warum weiter atmen, fragt sich der Protagonist auf CD und Papier. Der Bandname bedeutet Jammern, und Söllner, den alle nur Atze nennen, erzählt, dass er während der Arbeit am Album selbst "eine kleine Krise" durchlitten habe. Wer ihn seinerzeit bei einem Konzert erlebt hat, mag das kaum glauben. Oder doch? Einerseits entfaltet er in Auftritten eine ungeheure Ausstrahlung. Auch dank Söllners Bühnenpräsenz haben sich lament beim internationalen Bandwettbewerb Emergenza vergangenes Jahr in allen Leipziger Vorrunden gegen die Konkurrenz durchgesetzt - und dann sogar beim Nordost-Finale in Berlin. Aber andererseits wirkt dieser geschminkte junge Mann auch unsicher. Zerbrechlich fast.
Der Traum lautet: aus lament den Beruf machen. Gitarrist Clemens Kostmann sagt: "Nichts ist so wichtig wie die Band. Alle meine Entscheidungen richten sich nach ihr." Rotzsch erklärt: "Die Band ist mein Herzblut." Aber Söllner stellt fest: "Ich habe nicht mehr viel Zeit." Der Sänger und Rhythmusgitarrist ist 30 und hat einen sehr handfesten Beruf. Er ist Maler.
In wechselnder Besetzung existiert die Gruppe, die ihre Wurzeln im dörflichen Bad Lausick im Leipziger Umland hat, schon seit elf Jahren. Einen ersten Achtungserfolg verbuchte sie mit einem umjubelten Auftritt beim Wave-Gotik-Treffen 1999. Das ist lange her. Aber ihre große Chance, auf die sie all die Zeit hingearbeitet haben, die könnte sich jetzt auftun: Ende des Monats soll Breathe, das seit April über die Internetseite der Gruppe vertrieben wird, beim Berliner Plattenlabel Dunefish erscheinen - und mit voller Kraft beworben werden. Dort sind auch Keimzeit, Omega und Gojko Mitic unter Vertrag.
Seit dem Wochenende drehen lament im Leipziger Stadtteil Reudnitz an einem Videoclip für die geplante Single-Auskopplung You. Das ist eine wunderschön-melancholische Hymne, die ein wenig an Radiohead zur Zeit von "OK Computer" erinnert. Ohnehin haben lament ein ausgesprochenes Gespür für große Melodien. Eine Live-DVD soll ebenfalls herauskommen. Sie wurde im April auf der pompösen Release-Party des Konzeptalbums im ausverkauften UT Connewitz gefilmt. Wie auf der CD untermalt darauf ein Streicher-Quartett mehrere Songs, und ein Perkussionist unterstützt die Rhythmus-Sektion.
Am Jahresende begleiten lament dann auch noch die Dresdner Folk-Metalband Letzte Instanz einen Monat lang auf deren Tournee. Die daraus resultierende bundesweite Live-Präsenz könnte nicht nur die Aufmerksamkeit des Headliner-Publikums wecken: Auch dürfte sich die Aussicht verbessern, dass Radiostationen und Musikkanäle You; in ihre Programme aufnehmen. "Wenn es uns gelingt, die Band zum Beruf zu machen, können wir ganz anders an lament arbeiten", sagt Schlagzeuger Christian Friedrich, Spitzname Boerge.
Er ist Student und hat das Leben als Vollzeit-Popmusiker während der Vorbereitung zu Breathe bereits ausprobiert. Als sein Freund Atze jene "kleine Krise" durchlitt, wozu auch eine Schreibblockade gehörte, zog Friedrich einen Monat lang im Proberaum ein und trieb das CD-Projekt voran. "Das ist großartig, acht Stunden am Tag Musik zu machen", sagt er, "nur der Kontostand ist ein Problem." Wobei er angesichts des Resultats gern wenig verdient hat. "In dem Album steckt eine Ewigkeit für uns. Es spiegelt unser Innerstes." Etwa 11 000 Euro eigenes Geld stecken in der Platte, schätzen die Bandmitglieder. "Wir werden am Ende draufzahlen", vermutet Friedrich. Aber die Investition habe sich jetzt schon gelohnt. "Beim professionellen Mastern in Berlin ging nochmal ein Stern auf", sagt er.
Obwohl die ausgefeilten Kompositionen der Band auf Breathe teilweise bombastisch arrangiert sind, ist der Sound tatsächlich an keiner Stelle überladen. Einen Nachfolger wollen lament aber auch dann aufnehmen, wenn die Resonanz auf das Debüt enttäuschend ausfällt. "Das nächste Album wird poppiger", kündigt Söllner an. Einige schöne Songs nach Machart des Titeltracks ihrer 2004 in Eigenregie veröffentlichten EP Last Dance of Summer seien von der CD geflogen, weil sie nicht in die Geschichte gepasst hätten. Weitere Lieder sollen nach bewährter Manier entstehen: Der Sänger stellt seinen Kollegen Ideen für Melodien vor, "und dann basteln wir bis zur Endgeilheit"
Jammern hört sich anders an. Wie der fiktive Held, dem er die Stimme leiht, hat Sebastian Söllner seine Krise offenbar überwunden. Völlig ablegen wollen lament ihre traurige Grundstimmung aber gar nicht. "Melancholie ist auch etwas Lebensbejahendes", sagt Romanautor Dirot. "Wenn man begreift, dass es Endlichkeit gibt, bedeutet das im Umkehrschluss, dass man intensiv leben will."
geschrieben von: Mathias Wöbking
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